Nur gut 15 Stunden, nachdem auch die letzten von uns aus Iserlohn zurückgekehrt waren, saßen wir schon wieder im Auto auf dem Weg nach Herdecke. Dort durften wir bei der Mai-Woche, dem traditionellen Stadtfest, dass in diesem Jahr zum 50. Mal stattfand spielen. Wie immer sollte unser Platz vor dem „The Shakespeare-Pub“ sein, die Wettervorhersage beinhaltete für den Abend zwar kalte Temperaturen, aber nur wenig Regen.
Als bei unserer Ankunft die Sonne schien, waren wir noch guter Dinge und so mancher spekulierte auf eine Stärkung aus der Eisdiele. Doch schon eine halbe Stunde später kam der erste kräftige Schauer und wir mussten schauen, dass unser Equipment halbwegs trocken blieb. Als es eine Stunde später auch noch gehagelt hat, haben wir uns wie in einem schlechten Film gefühlt. Während die zweite Band des Abends „JFK and the O“ auch aus Platzgründen im Pub aufbaute, sind wir draußen geblieben. Auch weil wir so ein größeres Laufpublikum ansprechen wollten.
Beim Soundcheck gab es die nächste böse Überraschung: eines unserer Instrumente hat nicht mehr funktioniert. Vielen Dank an dieser Stelle noch einmal an „JFK and the O“, die uns in der Not ausgeholfen haben. So konnten wir etwas später als geplant doch noch starten und hatten auch einige Zuhörende, die einen weiteren ordentlichen Regenguss ausgehalten haben. Alles in allem hatten wir uns diesen Tag ganz anders vorgestellt, aber da kann ja niemand etwas dafür. Wir blicken einfach optimistisch auf August, wenn wir erneut in Herdecke zu Gast sind. Danke auch an das „Shakespeare“, die uns zwischendurch genügend Handtücher zur Verfügung gestellt haben.
Der Abschluss unserer kleinen Tour fand dann wieder drinnen statt, genauer gesagt im Bürgerzentrum Steigerturm in Dortmund-Berghofen. Es handelt sich hier um ein ehemaliges Feuerwehrgebäude, dass mit viel Liebe umgestaltet wurde und eine selbst gebaute verschiebbare Bühne samt eigener Technik beinhaltet. Das Wohlfühlen begann für uns schon beim Aufbauen, da wir nur unsere Instrumente und Mikrofone mitbringen mussten und alles andere schon da war. Für den guten Ton sorgte Martin, mit dem die Zusammenarbeit sehr angenehm war. Sehr herzlich war die Begrüßung auch mit Marco Rudolph, den wir schon von seinen Konzerten im „Wohnzimmer im Piepenstock“ kennen und der mit dem Steigerturm eine neue Heimat gefunden hat. Dorthin mitgenommen hat er auch seine hervorragenden selbstgemachten Frikadellen, mit denen sich so manches Bandmitglied im Laufe des Abends immer wieder gestärkt haben soll.
Spätestens 20 Minuten vor Auftrittsbeginn haben wir festgestellt, dass der Saal recht voll werden könnte. Anscheinend hatten einige die Werbung in der lokalen Presse mitbekommen, anwesend waren auch viele bekannte Gesichter, teilweise reisten Leute aus Stuttgart an. Der Beifall, als uns Marco auf die Bühne geholt hat, war entsprechend groß. Keiner der 51 Sitzplätze blieb frei, am Ende gab es mindestens 80 Zuhörende. Zuhören ist hier tatsächlich wörtlich zu verstehen: gespannt wurde der Musik und auch unseren Ansagen und Witzeleien gelauscht. Auf anderen Veranstaltungen, wo das Feiern eher im Vordergrund steht, halten wir uns mit Wortbeiträgen eher zurück, diesmal gab es fast zu jedem Titel eine Geschichte.
Das lag sicher auch daran, dass wir mit einem etwas anderen Programm aufgetreten sind. Wir haben unter anderem alle Titel gespielt, die wir seit dem Einstieg von Carsten in den letzten gut zwölf Monaten einstudiert haben, darunter auch ein paar Uraufführungen. Einige Klassiker blieben diesmal in der Schublade, aber das tat der guten Stimmung keinen Abbruch. Neu war auch das Equipment unseres Percussionisten: die vergangenen Tage hatten die Hände doch arg in Mitleidenschaft gezogen, so dass unter anderem Besen zum Einsatz kamen, die an diesem Tag zum ersten Mal ausprobiert wurden.
Aber auch das klappte ohne große Schwierigkeiten und wie hätte es an diesem malerischen Abend auch anders sein können. Es war wie als würde man nach Hause kommen, einfach eine tolle Wertschätzung und Symbiose von allen Beteiligten. Dass wir nach unserer letzten Zugabe stehende Ovationen bekommen haben, war dann noch die Kirsche auf der Torte. Wir haben jeden Moment genossen und kommen gerne nächstes Jahr wieder. Danke auch an das komplette Team des Steigerturms, auch die fleißigen Helfer hinter der Theke.
Jetzt folgt wieder eine kleine Pause, bevor es Ende Juni beim Schützenfest in Mettmann wieder in die Vollen geht.


